Im Gespräch mit Niek de Jong

“Sustainder steigert die Lebensqualität unserer Städte"

Im Alter von 15 Jahren hatte er sein erstes Unternehmen. Er tippte handgeschriebene Skripte von Studenten ab. Jetzt entwickelt er einen Business Plan. Für Sustainder, dem innovativen Unternehmen, bei dem er CEO geworden ist. Seine Lieblingsposition? JA und zwar mit Ausrufezeichen. Im Gespräch mit Niek de Jong (49), der es liebt zu übertreffen.

Smart, Light, Solutions, City. Diese vier Worte werden in ihrer Bedeutung von ihm besonders hervorgehoben. Sustainder, am 16. September 2016 gegründet, hat eine starke Ausgangsposition, bezogen auf diese Merkmale. Das Unternehmen ist entstanden aus der Kombination des ehemaligen Philips Leuchtenwerkes in Emmen und Dazzletek in Breda, spezialisiert auf intelligente Steuerungssysteme für Beleuchtungsanlagen.

Doch ist Niek de Jong kein ausgesprochener Lichtspezialist. Er studierte Betriebswirtschaft, arbeitete als Berater und leitete Großprojekte für einen Gebäudeautomatisierer und ein Telekomunikationsunternehmen. “Ich liebe Innovationen!”, sagt er. „Aber wie etwas funktioniert, finde ich nicht so interessant. Aber es ist gut was man damit machen kann. Ich schaue mit einem anderen Blickwinkel auf Technologien und deren Kombinationsmöglichkeiten. Anwendbarkeit ist das Schlüsselwort für mich.”

Bequemlichkeit

Weltweit nimmt die Urbanisierung zu. Nach De Jong entsteht dadurch die Notwendigkeit, die öffentlichen Bereiche intelligenter zu verwalten. Die Lösung liegt in der Vernetzung der Technik, sagt er. Sustainder fertigt LED-Leuchten von höchster Qualität, die Dank eingebauter Sensoren aus der Entfernung kontrolliert werden können. Dies stärkt die soziale Sicherheit und reduziert den Stromverbrauch. Durch die Dichte des öffentlichen Beleuchtungsnetzes, können die Lichtmaste ideal als  Trägertechnologie genutzt werden, für künftige smarte Anwendungen, die die Lebensqualität verbessern. Mit unseren intelligenten Leuchten können z. B. die Luftqualität , Lärm, Temperatur und Verkehrsaufkommen und -fluss gemessen werden. Sie sind die Augen und Ohren der Stadt.

Aktuelle Daten

So verfügen Smart-City-Manager jederzeit über aktuelle Daten. Dies kann zu kurzfristigen oder strukturelle Maßnahmen führen, die zur Erhaltung oder Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit dienen. Mit einer überdurchschnittlichen Sprechgeschwindigkeit von 142 Wörter in der Minute nennt Niek de Jong einige Beispiele dafür: Notfalldienste finden schneller zu einem Einsatzort. Die Information über die Verfügbarkeit von Parkplätzen. Erkennen von Einbruch, Unfall, Vandalismus oder Lärm. Verkehr umleiten oder nachhaltige Infrastrukturmaßnahmen ergreifen, bei hohen Feinstaub- oder CO2-Werten. Crowd-Management bei Großveranstaltungen, Erkennen von Gaslecks etc.

“Jede Stadt kann sich ihr eigenes System zusammenstellen. Unsere Technologie ist modular aufgebaut: Jeder kann das bekommen, was er braucht oder wünscht. Eine Gemeinde kann heute ihre öffentliche Beleuchtung modernisieren, ohne dass heute genau bekannt ist, welche Technologien und Sensoren die kommunalen Dienstleistungen künftig umfassen werden. Das macht es zukunftssicher. Darüber hinaus ist es eine offene Technologie.

Außerstädtische Bereiche

Doch es geht nicht nur um die großen Städte. Das Paradoxe der Urbanisierung ist, auch in den ländlichen Bereichen wird der Wunsch nach zusätzlicher Verfügbarkeit von Technologien und Sensorik immer lauter, in dünn besiedelten Gebieten und weniger beachteten Bereichen. De Jong: "Unfälle auf dem Land können so viel schneller mit unseren Leuchten registriert werden. Das kann Leben retten. Abgesehen von der dynamischer Beleuchtung, die in nicht-städtischen Gebieten realisiert werden kann. Flora und Fauna profitieren auch davon, denn die Technik belastet die Natur nicht zusätzlich."

Sustainder sieht sich als Partner der Kommunen, Unternehmen, Behörden und kommunaler Dienstleister. Außerdem für private Dienstleister, sowie Infrastrukturunternehmen wie Flughäfen und Krankenhäuser. Internationale Ausrichtung? Ja, Sustainder hat ein Büro in Berlin und prüft auch in anderen Ländern, wie Urbanisierung und intelligente Lösungen kombiniert werden können. Aber bleibt die Produktion für das Unternehmen weiterhin in Holland?. "Die Niederlande sind eine Marke für sich. Sie stehen für Qualität und Dutch Design. Einfach aber Smart. So sind wir. "Der stärkste Trumpf von Sustainder? De Jong zögert nicht eine Sekunde: "Die Unterscheidungskraft”. Ein Wettbewerber wie Philips Lighting ist groß. Aber wir sind schneller und flexibler. Das gilt auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit."

Zukunftspläne und technologische Fortschritte

An seiner Wand hängt kein Kalender von 2017; in seinem Denkprozess ist De Jong bereits weiter. Im Laufe der Zeit will er die Fähigkeiten testen, Drohnen anzudocken, wobei Lichtmasten als Navigations- und Ladepunkte für die Drohnen dienen. Eine weitere Idee ist die Verbindung zwischen Leuchten von Sustainder und selbstfahrenden Autos. Die schrittweise Einführung solcher Entwicklungen machen De Jong keine Angst. Wenn Sie Wissen und Intuition verbinden, nehmen Sie Fahrt auf. Das Timing ist entscheidend. Dies führt auch zu Durchschlagskraft im Marketing. Das macht sich bemerkbar, wenn sich zu einer Innovationsphase die Wachstumsphase hinzufügt. Aber am richtigen Ort zur richtigen Zeit ist nur ein Aspekt. Es geht auch um die neuen Ideen. Tun wir das? Ja. Bei Sustainder verfügen wir über die Kreativität und den Willen zum Erfolg.

Flaschenwasser

Mit einer Entschuldigung steht er auf. Viertel nach drei. Er muss zum Paleis Noordeinde in Den Haag, wo er an diesem Nachmittag die Philosophie von Sustainder vortragen kann. Kein Problem: das Gespräch, das in Voorschoten begonnen hat, wird in seinem Auto fortgesetzt. Ein Tesla, fast geräuschlos ohne Benzindämpfe – zeitgemäße Noblesse Obligé. Auf der N44 philosophiert De Jong über die Technik und die Machbarkeit der Welt. Seine Geschichte bleibt klar wie eine Kiste Mineralwasser. So sollte es auch sein, wie er sagt. "Viele Leute finden die Technologie zu kompliziert. Aber es ist eine nachhaltige Gesellschaft, die sich in öffentlichen Räumen sicher und wohl fühlen will.“

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